Energiesteuer, Mehrwertsteuer, CO₂-Abgabe: Die Spritpreise verharren auf hohem Niveau – doch was treibt sie und wie viel bekommt der Staat? Antworten auf wichtige Fragen rund um Benzin und Diesel.
Benzin und Diesel sind an der Zapfsäule weiterhin teuer. Doch wie kommen die Spritpreise eigentlich zustande? Ein großer Teil des Spritpreises sind Steuern und Abgaben. Was genau drinsteckt, zeigt eine Aufschlüsselung des ADAC.
Wie setzt sich der Spritpreis zusammen?
Im Gegensatz zu anderen Steuerarten wird die Energiesteuer mit einem festen Anteil und nicht prozentual erhoben. Hinzu kommen die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent sowie der CO₂-Preis, der von Jahr zu Jahr steigt. Die Erdölbevorratungsabgabe macht nur einen geringen Teil aus, sie erhöht den Kraftstoffpreis um weniger als einen Cent.
Was das konkret bedeutet, zeigt eine Beispielrechnung auf Basis der aktuellen Steuer- und Abgabensätze:
Beispiel: Super E10 bei einem Literpreis von 2,00 Euro
- Mineralöl- und Ökosteuer: 65,5 Cent (fester Betrag pro Liter)
- Mehrwertsteuer (19 Prozent): 31,9 Cent
- CO₂-Preis: 15,7 Cent
- Produktkosten und Gewinn: 86,9 Cent – also die Kosten für Rohstoff, Aufbereitung, Transport, Verkauf und Ähnliches sowie der Gewinn der Mineralölindustrie.
Staatlicher Anteil: rund 1,13 Euro – also mehr als die Hälfte des Literpreises.
Beispiel: Diesel bei einem Literpreis von 2,00 Euro
Beim Diesel ist der Steueranteil kleiner, der Anteil der Wirtschaft dafür deutlich größer:
- Mineralöl- und Ökosteuer: 47,0 Cent (fester Betrag pro Liter)
- Mehrwertsteuer (19 Prozent): 31,9 Cent
- CO₂-Preis: 17,3 Cent
- Produktkosten und Gewinn: 103,8 Cent – also die Kosten für Rohstoff, Aufbereitung, Transport, Verkauf und Ähnliches sowie der Gewinn der Mineralölindustrie.
Staatlicher Anteil: rund 96 Cent – knapp die Hälfte des Literpreises.
Geplante Entlastung: Energiesteuer soll für zwei Monate sinken
Die schwarz-rote Koalition hat angekündigt, die Energiesteuer auf Benzin und Diesel für zwei Monate um jeweils rund 17 Cent brutto zu senken. Bezogen auf die Beispielrechnung würde das bedeuten: Bei Super E10 sänke der staatliche Anteil von rund 1,13 Euro auf etwa 96 Cent pro Liter, bei Diesel von rund 96 Cent auf etwa 79 Cent. Ein Liter Sprit könnte damit – sofern die Mineralölwirtschaft die Senkung vollständig weitergibt – um 17 Cent günstiger werden. Ab wann die Senkung greift, steht noch nicht fest.
Abgesehen vom staatlichen Anteil beinhaltet der Spritpreis die eigentlichen Kosten für das Produkt. Damit sind der Beschaffungspreis für Rohöl sowie die Kosten für Transport, Weiterverarbeitung, Lagerhaltung, Verwaltung und Vertrieb gemeint. dpa/fre/jtw
